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ﻋﻠﻣاﺀ ﻮﻣﻓﻛﺭﻮﻥ ﻋﺭﺏ ﻮﻣﺳﻠﻣﻳﻥ

arabische und islamische Wissenschaftler und Denker


 

   Islam und Wissenschaft

  Nichts erscheint dem 'modernen Menschen' widersprüchlicher als das Begriffspaar

  Islam und Wissenschaft.

  Wirft man einen Blick auf die islamische Welt der Gegenwart, so steht diese

  in Sachen Wissenschaft und Technik zweifelsfrei hinter der westlichen Welt.

  Doch wo liegen die Ursachen für dieses Debakel? Eine fundierte Auskunft darüber,

  wie es um die Wissenschaft im Islam bestellt ist, erhält man nur, wenn man die Quellen

  des Islam, Qur'an und Sunna, darüber befragt, welchen Standpunkt der Islam

  zur Wissenschaft einnimmt. Will man wissen, wie die Stellung des Islam zur

  Wissenschaft in der Praxis aussieht, so muß die heutige islamische Welt aus

  der Betrachtung ausgeschlossen werden. Aufschluß darüber kann nur die Zeit

  geben, in welcher der Islam tatsächliche Umsetzung als Lebensordnung fand.

  Das erste Wort, das Allah (swt) Muhammad (s) offenbarte, war: "Lies".

  In derselben Sura ist von "Schreibschrift" die Rede, d. h. bereits die allererste

  offenbarte Sura spricht das Lesen und Schreiben an. Die Muslime wurden von Anfang an

  zum Wissenserwerb motiviert. Schon zur Zeit des Propheten (s) begann man mit

  der Errichtung von Schulen. Das islamische Bildungssystem erreichte einen Standard,

  dem das Abendland tatsächlich um Jahrhunderte hinterherhinkte.

  Bereits im 9. Jahrhundert blühten islamische Universitäten und waren auch

  Anziehungspunkt für die wenigen Europäer, die überhaupt das Lesen und

  Schreiben beherrschten. Während in Europa Bücher als Rarität in den Klöstern

  unter Verschluß gehalten wurden, waren die islamischen Bibliotheken

  mit Millionen von Büchern angefüllt. Allein die Bibliothek von Cordoba

  hatte einen Bücherbestand von nahezu einer halben Million.

   Der Islam fordert den Menschen dazu auf, seine Umwelt zu beobachten und

  zu studieren, um die eindeutigen Zeichen der Schöpfung darin zu erkennen.

  Qur'anstellen dieser Art dienen nicht primär dazu, dem Menschen physikalische,

  biologische und andere Vorgänge zu erklären, sondern wollen in erster Linie

  den Beweis der Schöpfung liefern. Einige dieser Erklärungen konnten zur Zeit

  der Offenbarung nicht vollständig verstanden werden, da die zur Überprüfung

  nötigen technischen Mittel nicht zur Verfügung standen. Doch waren die Muslime nicht

  minder von ihrer Richtigkeit überzeugt.

  Die meisten Informationen dieser Art konnten erst in diesem und dem letzten

  Jahrhundert wissenschaftlich erforscht werden. Eine wissenschaftliche Forschung

  darf allerdings nicht als Voraussetzung für den Glauben genommen werden.

  Sie kann dem Menschen lediglich das Begreifen der Wahrheit erleichtern,

  die Allah (swt) offenbart hat. Ein zweckdienliches Hilfsmittel also,

  um den Glauben zu stärken.

  So hat der Erhabene in Sura Fussilat (41), Aya: 53 bestimmt :


 


Ibn Hazm
 

  Ibn Hazm (* 994 in Córdoba; gestorben 1064 in Niebla ) war ein arabischer

  Universalgelehrter im     muslimischen Andalusien.

  Ibn Hazm wurde 994 in Córdoba geboren. Seine Familie war wohl westgotischer

  Abstammung und kam aus Huelva. Da sein Vater WesirAlmansor war, hatte er

  in seinen ersten Jahren Zugang zu den höfischen Kreisen in Córdoba. Auf Grund

  seiner umfassenden Ausbildung stieg er bald zu einem bedeutenden Universalgelehrten

  auf, der in Theologie, Philosophie und Dichtung umfassend bewandert war. unter

  Da er aber Anhänger der muslimischen Ziriden war, erhielt er in der

  Großen Moschee   Lehrverbot und wurde auch später deshalb immer wieder

  vertrieben. In   Sevilla wurden

  sogar seine Werke verbrannt. Ein weiterer Grund für seine mehrmalige Verbannung war

  seine angeblich proumayyadische Gesinnung, die in den Taifa-Königreichen verdächtig

  war. Nachdem er zeitweise Wesir unter dem umayyadischen Kalifen  

  Abd ar-Rahman V.  (10231024) gewesen war, zog er sich aus der Politik zurück.

  Von seinen vielen Werken erlangte u.a. das Werk „Die Trennung zwischen

  den Religionsgemeinschaften“ große Bedeutung, in dem er das Judentum, das Christentum

  und den Zoroastrismus sowie die wichtigsten islamischen Sekten einer

  kritischen  Untersuchung unterzog. Auch ein von ihm verfasstes Traktat über die Liebe

  „Das Halsband der Taube“ fand weite Verbreitung in der islamischen Welt.


Abu Nasr Mohammed ben Mohammed ben Jarkham al-Farabi (ca. 870 - ca. 950)

 

    Der Philosoph, Mathematiker, Astronom, Biologe, Geograph und Arzt al-Farabi (auch: Farabi) lebte in der Stadt Otar (im heutigen Kasachstan), die im Altertum verschiedene Namen hatte, von denen einer Farab lautete.

Er studierte und lehrte in Bagdad, ging dann nach Damaskus und Aleppo, wo er von dem Lehrer der Sûfis beeinflußt wurde.

Al-Farabi kommentierte Schriften von Aristoteles. So hat er wohl als erster unter den arabischen Philosophen die logischen Schriften von Aristoteles kommentiert. Zudem ist er vom Neuplatonismus beeinflußt.

Gott, das Ur-Eine, ist das notwendige Sein, das die Voraussetzung der ganzen Kausalreihe des Universums ist. Gott ist Weisheit, Macht, Wille und das Gute.

Aus der göttlichen Einheit emaniert der Erste Intellekt. In ihme erkennt sich das Eine selbst. Außerdem tritt in ihm die Welt der Ideen hervor, welche die Formen der Dinge in der Welt im Zusammenspiel mit der Materie bestimmen. Der Erste Intellekt geht mit Notwendigkeit aus Gott hervor und erkennt nicht nur seinen Ursprung, sondern auch sich selbst.

Erkenntnis und Erkennbarkeit wurzeln im Ersten Intellekt. Aus der Erkenntnis des Einen emaniert der zweite Intellekt. Ihm folgen weitere Intelligenzen. Diese sind jeweils einer Himmelsspäre zugeordnet.

Dem untersten Intellekt, dem zehnten, untersteht die Ordnung unterhalb des Mondes, also auch Erde und Mensch. Dieser Intellekt, wird an Aristoteles anknüpfend, als tätiger Intellekt vorgestellt.

Wie vorher schon al-Kindi nimmt al-Farabi auch einen erworbenen Intellekt (intellectus adeptus) an. Der erworbene Intellekt umfaß das Wissen, das sich der Mensch erworben hat.

Alles geistige Licht geht vom Ersten Intellekt aus. Das geistige Licht erreicht den Menschen in der tätigen Vernunft. Jeder Vollzug von Erkenntnis folgt daher einer Erleuchtung aus dem Ersten Licht.

Erkenntnis beginnt nach al-Farabi mit der Wahrnehmung. Auf der Grundlage der Wahrnehmungen entstehen Ideen von einzelnen Gegenständen.

Die tätige Vernunft ermöglicht uns die Bildung von Universalien. Al-Farabi definiert die Universalien als das Einheitliche von Vielem und in Vielem. Universalien sind mit Individualbegriffen verbunden. Das Allgemeine ist nicht selbständig, sondern in den Dingen. Mit den Universalien vollziehen die Menschen den Wesengehalt der Dinge nach.

Die Vereinigung von Vorstellungen ergibt ein Urteil. Urteilen kommt die Eigenschaft zu, wahr oder falsch zu sein.

Um die Wahrheit oder Falschheit zu klären, muss man einen mittelbaren Schluss aufstellen und mit dessen Hilfe das Urteil auf Axiome zurückführen.

Als Logik bezeichnet al-Farabi die Wissenschaft zum Unterscheiden von wahr und falsch. Aufgabe der Logik ist es, den Menschen zu lehren, ihre Gedanken in der Sprache korrekt auszudrücken.

Al-Farabi unterschied zwei Teile der Logik:

  1. die Lehre von Ideen und Definitionen und
  2. die Lehre von Urteil, Schluss und Beweis.

Er unterscheidet logica docens und logica utens.

Höchstes Prinzip der Logik ist der Satz vom Widerspruch.



Abù'Alì al-Husayn Ibn Sina (980 - 1037)

 Der mittelasiatische Philosoph, Arzt,   Mathematiker, Mineraloge, Geologe und Dichter Ibn Sina (auch Avicenna genannt) verfasste über 300 Schriften.

Sein Kanon der Medizin war über Jahrhunderte das verbreiteste medizinische Werk im Orient. Ibn Sina verfasste außerdem eine 18bändige philosophisch-naturwissenschaftliche Enzyklopädie.

Nach Ibn Sina ist die Welt ewig und dem Kausalgesetz unterworfen.

Als Vertreter der Lehre von der doppelten Wahrheit stellte er die philosophische Aussage höher als die religiöse Offenbarung, die, um den Massen verständlich zu sein, sich nur in bildhaften Gleichnissen ausdrückt.

Albertus Magnus und Thomas von Aquin stimmten Ibn Sina in der Frage des Universalienstreites zu, bekäpften aber u. a. seine Leugnung der Wiederaufstehung des Leibes.

Ibn Sina verfasste ein Lehrbuch Logik (1031-1035). Außerdem beginnen seine wichtigen Werke Kanon der Heilkunde, Buch der GenesungBuch des Wissens mit einem Abschnitt über die Logik. und

Die Logik ist nach Ibn Sina eine Wissenschaft, mit deren Hilfe die verschiedensten Methoden des Übergangs von den im menschlichen Verstand vorhandenen Dingen zu jenen Dingen erkannt werden, deren Kenntnis er erstrebt.

Ibn Sina meinte, dass die logischen Kategorien und Regeln den Dingen entsprechen müssen.

Gegenstand der Logik ist die Lösung des Problems von Allgemeinem und Einzelnem. Das Allgemeine existiert in den Dingen selbst, aber es existiert auch vor dem Ding und nach dem Ding.

Denken ist Erkenntnis des Allgemeinen. Logik ist die Wissenschaft von den Denkformen. Sie gehöre neben der Physik und der Mathematik zur Philosophie.

Die Logik besteht aus vier Teilen: dem Begriff, dem Urteil, dem Schluss und dem Beweis.

Ibn Sina untersuchte das Verhältnis von Subjekt und Prädikat im Urteil, die konjunktiven Urteile und die Abhängigkeit von kategorischen Urteilen und bedingten Urteilen.

Ibn Sina kann auch den Ausdruck für die Implikation durch die Alternative und die Negation nach der Formel:

(p ⊃ q) ≡ (~p ∨ q).




Abu Jussuf Jakub ben Isaak al-Kindi (ca. 800 - ca.870)

Der arabische Mathematiker, Astronom, Philosoph und Logiker al-Kindi ist vor allem durch seine Kommentare zur aristotelischen Logik bekannt geworden. Er schrieb mehr als 200 Arbeiten von denen aber nur einige Fragmente überliefert sind.

al-Kindi vereinigte die aristotelische Lehre vom Verstand mit der neuplatonischen Lehre vom Verstand und der pythagoreischen Zahlentheorie.

Dem Menschen ist nach al-Kindi eine potentielle (passive) Vernunft eigen. Diese Vernunft nähert sich der ewigen aktiven Vernunft. Dazu durchläuft die Vernunft zwei Stufen:

  1. die erworbene Vernunft und
  2. die demonstrative Vernunft.

AL-KINDI (Kindæ), Jakùb ibn IshØk, arabischer Mathematiker, Astrologe und Philosoph, * um 800 in Basra am Persischen Meerbusen, gestorben nach 870 in Bagdad. - A. lebte als Schriftsteller in Bagdad und überragte an Wissen alle seine arabischen Zeitgenossen, so daß man ihn den »Phönix seiner Zeit in der Kenntnis aller Wissenschaften« nannte. Er gilt als Begründer der arabischen Philosophie und wird darum von den Arabern als »der Philosoph« bezeichnet. A. übersetzte und kommentierte die Werke des von ihm hoch verehrten Aristoteles, besonders dessen »Organon«. Von seinen etwa 200 mathematischen, medizinischen und philosophischen Schriften hat sich nur wenig erhalten. Auch Werke über Musik verfaßte A.

Werke: Philos. Abhh. des A., hrsg. v. A. Nagy, in: BGPhMA II, 1897.


  ولي الدين عبد الرحمن ابن محمد بن محمد
Ibn Chaldun

Ibn Chalduns Leben ist für seine Zeit außerordentlich gut dokumentiert, da er uns eine Autobiografie at-ta'rif bi-Ibn Chaldun wa-rihlatuhu scharqan wa-gharban / التعريف بابن خلدون ورحلته غربا وشرقا / at-taʿrīf bi-ʾbni Ḫaldūn wa-riḥlatu-hu šarqan wa-ġarban /„Die Vorstellung des Ibn Chaldun und seine Reise im Westen und im Osten“ hrsg. von Muḥammad ibn Tāwīt at-Tandschī, Kairo 1951) hinterlassen hat, in der er zahlreiche Dokumente, die sein Leben betreffen, wörtlich zitiert. Allerdings hält er sich mit Aussagen, die sein Privatleben betreffen, sehr zurück, so dass man nur wenig über seine familiären Verhältnisse erfährt.

Nordafrika wurde in der Epoche Ibn Chalduns nach dem Fall der Almohaden (1147–1269) von drei DynastienMarokko residierten die Meriniden (1196–1464). WestalgerienAbdalwadiden (1236–1556) beherrscht und die HafsidenTunesien und Cyrenaika. Unter ständiger Bedrohung durch die Einfälle der angrenzenden BerberstämmeHegemonie über Nordafrika. beherrscht, die sich in ständigen Kämpfen untereinander aufrieben. Im heutigen (1228–1574) regierten Ostalgerien, wurde von den rangen diese Dynastien um die

Ibn Chaldun stammt aus einer adligen Familie, den banū chaldūn, die über mehrere Generationen in SevillaAndalusien gelebt hat. In seiner Autobiografie führt Ibn Chaldun seine Abstammung bis in die Zeit des Propheten Mohammed auf einen arabisch-jemenitischen Stamm aus dem Hadramaut zurück, der zu Beginn der islamischen Eroberung nach Spanien kam. Seine Familie, die in Andalusien zahlreiche hohe Ämter inne hatte, emigrierte zu Beginn der Reconquista, etwa Mitte des 13. Jahrhunderts, nach Ceuta Nordafrika. In der Hafsidendynastie - unter dem Emir Abu Zakariya' Yahya I. 1228-1249 besetzten einige Mitglieder der Familie politische Ämter, Ibn Chalduns Vater und Großvater jedoch zogen sich aus dem politischen Leben zurück und schlossen sich einem mystischen OrdenTariqa; siehe auch Sufismus) an.

 

 



Quadratische Gleichungen bei al-Khwarizmi

Vorspann:
Wir lösen heute quadratische Gleichungen im Prinzip genauso wie der arabische Mathematiker al-Khwarizmi es bereits vor mehr als 1000 Jahren getan hat. Sein Lösungsverfahren, welches er geometrisch begründete, unterscheidet sich von unserem eigentlich nur durch eine ungewohnte sprachliche Darstellungsweise. Al-Khwarizmis originale Erläuterungen sind durchaus zugänglich, so daß es möglich ist, seine Denkweisen an authentischen Texten nachzuvollziehen.

Interessant sind insbesondere die geometrischen Begründungen, die al-Khwarizmi angibt - sie führen zu einem tieferen Verständnis des algebraischen Lösungsverfahrens für quadratische Gleichungen


Der folgende Text beschreibt al-Khwarizmis Lösungsverfahren - es ist eine abgewandelte Version meines Artikels in mathematik lehren 91, S. 14-18 (Friedrich Verlag, Velber, 1998).

Alle Zitate entstammen dem Buch The Algebra of Mohammed Ben Musa von Frederic Rosen
(Olms, Hildesheim, 1986). Gleiches gilt für die Abbildungen 1 und 3. Quelle der
Abbildung 2 ist die sowjetische Post (Почта СССР, 1983).


Almohaden

Die Almohaden (von arabisch: الموحدون al-muwahhidun, „Bekenner der Einheit Gottes“) waren eine Berber-Dynastie (1147–1269) im Maghreb und im spanischen Andalusien.

Die Bewegung der Almohaden wurde von Ibn Tumart 1121 begründet, der die Masmuda-Berber des Hohen Atlas – in Opposition zu den Almoraviden – für seine Theologie1129 ein erster Angriff auf Marrakesch, doch führte sein Nachfolger Abd al-Mumin (11301163) die Bewegung zum Erfolg und stürzte mit der Eroberung von Andalusien 1148 und Marrakesch 1149 die Dynastie der Almoraviden. Nach der Sicherung der Herrschaft in Marokko eroberten die Almohaden das Reich der Hammadiden in Algerien (1152) sowie das Reich der Ziriden im heutigen Tunesien (11551160), womit sie den gesamten Westen der islamischen Welt beherrschten. missionierte. Zwar scheiterte




Yaqub al-Mansur

Yaqub al-Mansur, أبو يوسف يعقوب بن يوسف المنصور, Abu Yussuf Yaqub Ibn Jussuf al-Mansur, (gestorben 1199) war ein Kalif der Almohaden (1184-1199).

Yaqub al-Mansur wurde schon unter der Regierung seines Vaters Abu Yaqub Yusuf I. (1163-1184) zum Wesir ernannt und residierte in Sevilla. Nach dem Tod seines Vaters konnte er mit Hilfe des Clans von Abu Hafs Umar seine Herrschaft durchsetzen und die Revolten seiner Brüder und seines Onkels niederschlagen. In Andalusien operierten die Almohaden weiterhin erfolgreich gegen die Christen. So gelang Yaqub al-Mansur am 19.07. 1195 bei Alarcos ein großer Sieg über Kastilien. 1197 erfolgte ein Vorstoß bis nach Madrid und Guadalajara. Damit wurde für einige Jahre die Expansion der Christen nach Süden gestoppt.

Auch wenn unter Yaqub al-Mansur der Philosoph Ibn Ruschd/ Averroes wegen häretischer Ansichten zeitweise in die Verbannung geschickt wurde, wurden Kunst und Kultur weiter gefördert. Vor allem wurde eine umfangreiche Bautätigkeit betrieben. So erfolgte neben dem Bau der Qasba von Marrakesch u.a. die Vollendung der Großen Moschee in Sevilla, das zur Residenz der Almohaden in Andalusien ausgebaut wurde. Die Hasan-Moschee in Rabat konnte dagegen nicht vollendet werden.

Yaqub al-Mansur erkrankte während eines Feldzuges in Andalusien und bestimmte vor seinem Tod im Januar 1199 Muhammad an-Nasir (1199-1213) zu seinem Thronfolger. Yaqub al-Mansur wurde in Tinmallal/ Tinmal bestattet.



Saladin صلاح الدين يوسف بن أيّوب

Saladin صلاح الدين يوسف بن أيّوب Salah ad-Din Yusuf bin Ayyub, DMG Ṣalāḥ ad-Dīn Yūsuf bin Ayyūb mit dem Titel الملك الناصر  al-Malik an-Nasir, DMG al-Malik an-Nāṣir, „der siegreiche Herrscher“ (* 1137 oder 1138 in Tikrit; gestorben 3. März oder 4. März 1193 in Damaskus) gründete die kurdisch-stämmige Dynastie der Ayyubiden von Ägypten und Syrien.

Als Sultan Saladin wurde er zu einem Mythos, zum größten aller Helden der muslimischen Welt und vorbildhaften islamischen Herrscher. Er erobert im Jahr 1187 Jerusalem, als erfolgreicher Gegenspieler der Kreuzritter wurde er oft verklärt und romantisiert.

Für viele heutige Muslime ist er vor allem ein Freiheitsheld. Der Name Ṣalāḥ ad-Dīn bedeutet „Frömmigkeit (in) der Religion“ oder „Redlichkeit der Religion“. Die irakische Provinz Salah ad-Din und der Adler Saladins sind nach ihm benannt.

 

Biografie

Eine Statue von Saladin in Damaskus.

Saladin stammte aus einer kurdischen Familie. Sein Vater Ayyūb wurde in Dwin im heutigen Armenien geboren. Obwohl er ursprünglich keine militärische Karriere anstrebte, befahl ihm der Herrscher von Damaskus, Nur ad-Din, 1163, seinen Onkel Schirkuh auf einem Zug nach Ägypten zu begleiten.

Nach der Eroberung Ägyptens und dem Tod seines Onkels 1169 erhielt Saladin den Oberbefehl über Ägypten, zuerst noch als Wesir des letzten Fatimidenkalifen al-Adid. Nach dessen Tod herrschte Saladin allein als Sultan von Ägypten. Saladin stellte die sunnitische Orthodoxie in Ägypten wieder her, überwarf sich aber 1174 mit Nur ad-Din. Nach Nur ad-Dins Tod im selben Jahr ergriff Saladin gegen dessen minderjährigen Erben auch die Herrschaft über Syrien.

Mit der Angliederung von Mossul 1186 und Aleppo 1183 hatte Saladin endlich die Macht, sein größtes Ziel – die Wiedereroberung Jerusalems – zu erreichen. Nach dem entscheidenden Sieg über die Kreuzfahrer in der Schlacht bei Hattin am (4. Juli 1187), eroberte er am 2. Oktober 1187 Jerusalem und setzte damit dem christlichen Königreich Jerusalem nach 88 Jahren ein Ende. Nach der Einnahme Jerusalems soll er die christliche Bevölkerung gegen ein Kopfgeld in die Freiheit entlassen haben. Verwundert darüber, dass die reichen Christenmenschen vorzogen, ihren restlichen Reichtum zu erhalten, anstelle die ärmeren Brüder freizukaufen, soll er schließlich auch diejenigen entlassen haben, die das Kopfgeld nicht entrichten konnten. 1188 konnte er Eroberungen in den Kreuzfahrerstaaten von Tripolis und Antiochia verwirklichen. Während des Dritten Kreuzzugs verlor er die wichtige Hafenstadt Akko und erlitt 1191 eine Niederlage gegen Richard Löwenherz bei Arsūf. Danach kam es zum Waffenstillstand zwischen ihm und seinem Gegner, dieser dauerte drei Jahre und acht Monate.

Saladin starb am 3. März 1193 im Alter von 55 Jahren in Damaskus, und sein Reich begann alsbald zu zerfallen. Sein Mausoleum befindet sich heute unmittelbar vor der Umayyaden-Moschee.

Abi Amîr al-Mansûr/ Almansor (arabisch: ألمنصور "al-Mansor bi-Allah",

  "Der mit Gott Siegreiche"; * 939; gestorben 1002) war faktischer Alleinherrscher

  von 978 bis 1002 für den Umayyaden-Kalifen im Kalifat von Córdoba.

  Muhammad ibn Abi Amir entstammte einer aus dem Jemen nach 

  Andalusien    eingewanderten Familie. Er studierte Recht,

  GrammatikLiteratur in Córdoba

  und begann als Sekretär der Hofkanzlei seine Tätigkeit in der Verwaltung. und

  Nach dem Tod des Kalifen al-Hakam II. (976) gelangte dessen minderjähriger

  Sohn Hischam II. auf den Kalifenthron. Mit Unterstützung von Subh, der Mutter

  und Regentin von Hischam II., des Wesirs al-Mushafi und des Generals Ghalib

  wurde zunächst eine Verschwörung der Eunuchen unterdrückt, die einen

  anderen   Umayyaden auf den Thron in Córdoba heben wollten.

  Nachdem Abi Amir   al-Mansur die Tochter des Generals Ghalib al-Asma

  geheiratet hatte, gelang ihm die

  Ausschaltung des Wesirs al-Mushafi. Später setzte er seine Macht als Kämmerer

  auch gegen Ghalib durch und kontrollierte damit die Macht im Kalifat. Nachdem

  Abi Amîr 978 eine neue Verschwörung der Eunuchen vereitelt hatte, beherrschte

  er   faktisch das Kalifat von Córdoba, wobei Hischam II. von der Ausübung der Macht

  faktisch ausgeschlossen wurde, jedoch als zurückgezogen lebender Gelehrter

  weiterhin der Kalif blieb.

  Um seine Stellung zu sichern, löste Almansor die Sklavengarde der Umayyaden

  auf und baute ein neues Heer aus marokkanischen Söldnern auf. Dabei wurde

  die herkömmliche Gliederung der Truppen nach Stämmen aufgegeben. Durch

  diese   Militärreform kam es nach dem 8. Jahrhundert zu einer erneuten

  Einwanderungswelle von Berbern nach Andalusien, deren Gegensatz zu den

  Arabern später zum Untergang des Kalifats beitragen sollte.

  Mit dem neuen Heer unternahm Abi Amir 52 Feldzüge gegen die christlichen

  Reiche in Nordspanien. So wurde 981 Zamora erobert, 985 Barcelona geplündert.

  987 verwüstete er Coimbra, was danach für 7 Jahre unbewohnt blieb.

  988 wird León erobert und 997 das stark befestigte christliche

  Wallfahrtszentrum  Santiago de Compostela in Galicien zerstört, wobei jedoch

  aus Respekt das Apostelgrab unangetastet blieb. Ein paar tausend

  christliche  Überlebende

  schleppten die Glocken von Compostela nach Cordoba, wo sie zu Lampen für

  die Moschee umgeschmolzen wurden.

  Abi Amir erneuerte auch die Herrschaft im nördlichen Marokko, wobei er seinen

  Sohn `Abd al-Malik in Fes 998 als Statthalter einsetzte. Auf Grund dieser Erfolge

  legte sich Abi Amir den Beinamen al-Mansur zu, woraus sich die europäische

  Bezeichnung Almansor ableitet. 996 nahm er sogar den Titel eines Königs an.

  Er gründete für sich die neue Palaststadt al-Madina az-Zahira („die glänzende Stadt“),

  in die auch die Verwaltung aus der umayyadischen Medina Azahara-Residenz

  ausgelagert wurde. Des weiteren begann er mit eigenen Münzprägungen und

  verwendete eigene Siegel. Abi Amir al-Mansur förderte auch Kunst und Kultur,

  wobei er aber die Bibliothek des ihm ergebenen Kalifen Al-Hakam II. von

  philosophischen Schriften säubern ließ, um sich das Wohlwollen der

  islamischen Rechtsgelehrten zu sichern. Andererseits erweiterte er letztmalig die

  Mezquita-Moschee (987988) von Córdoba und erweiterte auch die Stadt selbst.

  Im Juli 1002 soll er in Folge einer Verletzung, die er in der Schlacht von

  Calatañazor gegen Alfons V. von León erhielt, erblindet sein. Im August 1002

  starb Abi Amîr al-Mansûr vermutlich in Medinaceli auf der Rückkehr von einem

  Feldzug. Nachfolger als Kämmerer und Regent wurde sein ältester Sohn

 `Abd al-Malik  (10021008). (Siehe auch: Amiriden)


 

 Hisab al-dschabr wa-l-muqabala

  Unser heutiges Wort Algebra geht auf die lateinische Übersetzung

  ("ludus algebrae   almucgrabalaeque") eines um 825

  entstandenen  arabischenmathematischen Lehrbuchs von

  Muhammad ibn Musa  al-Chwarizmi

  namens "hisab al-jabr wal-muqabalah" zurück. Auf Deutsch kann man das

  ungefähr mit

  "Wissenschaft der Reduktion und des gleichzeitigen Aufhebens"  übersetzen.

  Das Buch wird meist als Geburtsstunde der klassischen Algebra,

  der Wissenschaft vom   Lösen von Gleichungen, angesehen. Es prägte für

  Jahrhunderte den Charakter der Algebra als praktische Wissenschaft ohne

  axiomatische Fundierung.

  Das Werk ist ein gutes Beispiel für die Bedeutung der Muslime für die Entwicklung

  der heutigen Mathematik: im wesentlichen sammelten sie das Wissen

  der Griechen    und anderer Völker des Ostens und brachten es zu einer Synthese.

  Auch dieses

  Buch war die Brücke zwischen der Antike und der abendländischen Kultur.

  Es hatte größeren Einfluss als das Werk des Diophant, obwohl es inhaltlich weniger

  bot und als reine Wortalgebra auf Formeln verzichtete. Al-Khwarizmi stützte sich

  hier hauptsächlich auf Brahmagupta, kannte aber wahrscheinlich auch die  entsprechenden griechische Arbeiten.

  Der Höhepunkt der arabischen Algebra wurde zwar erst mit Omar Chayyams

  Algebra   "Über die Beweise für die Probleme von al-jabr und  al-muqabalah""Auflösung kubischer Gleichungen mit Hilfe von Kegelschnitten")

  erreicht, allerdings wurde Al-Khwarizmis Buch bei den Arabern und später auch

  im mittelalterlichen Europa zum Standardwerk für die Behandlung linearer und

  quadratischer Gleichungen.








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Souita Abdelhak  | abisouita@arcor.de